Die Kursreihen „Praxiswerkstatt ökonomischer Wandel“ und „Wirtschaft der Zukunft“ stärken 36 zivilgesellschaftliche und entwicklungspolitische Multiplikator*innen langfristig in ihrem Engagement und befähigen sie Ideen umzusetzen, die gesellschaftliche Transformation und Demokratie fördern. Dazu werden zwei Kurse mit jeweils 18 Teilnehmenden (TN) durchgeführt – einer primär online, einer primär in Präsenz. Die TN erhalten von erfahrenen Referent*innen inhaltliche und fähigkeitsbasierte Inputs, reflektieren diese und erproben das Gelernte direkt in neu entstehenden oder bereits existierenden Wirkkontexten.
Zielgruppe: Die Kursreihen richten sich an Menschen, die in sozialen Bewegungen, NGOs und lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppen haupt- oder ehrenamtlich engagiert sind. Diese Zielgruppen nehmen im öffentlichen Diskurs eine wichtige Multiplikator*innenrolle ein. In vielen Fällen regen sie Lernprozesse innerhalb der Bevölkerung an, und knüpfen bei der Vermittlung gesellschaftspolitischer Diskurse an lokale Gegebenheiten an. Wir bevorzugen vor allem Multiplikator*innen, die marginalisierte oder vulnerable Gruppen erreichen. Das Online-Format des Kurses „Wirtschaft der Zukunft“ ermöglicht auch eine Zugänglichkeit für Multiplikator*innen, die aufgrund von körperlichen Einschränkungen, wenig Flexibilität innerhalb von Arbeitsverhältnissen, pflegerischer oder erzieherischer Verantwortung mobilitätseingeschränkt sind.
Bedarf: Zivilgesellschaftliche Gruppen arbeiten oft mit knappen Ressourcen und stehen vor zunehmenden Herausforderungen durch Polarisierung und antidemokratische Tendenzen. Gleichzeitig fehlen Bildungsformate, die demokratische und ökologische Wirtschaftsweisen thematisieren. Dabei finden antidemokratische Bewegungen ihren Nährboden häufig in wirtschaftlichen Krisen und Ängsten um fehlende materielle Absicherung. Zudem ist unsere wachstumsbasierte Wirtschaftsweise eine zentrale Ursache der Klimakrise. Die Kurse schließen diese Lücke, indem sie Multiplikator*innen befähigen, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und Narrative für eine ökologisch und sozial gerechte Wirtschaft zu entwickeln. In den Kursen werden Ökonomie, Ökologie und Soziales in ihrer Interdependenz adressiert, als Grundlage für eine nachhaltige Umsetzung transformativer Projekte.
Didaktik: Im Sinne der Aneignungszentrierung fördern die Seminare die Verknüpfung des Vorwissens mit neuen Inhalten und einen kritischen Lernprozess. Eine gemeinsam entwickelte Awarenesskultur stärkt die Vielfalt und das Vertrauen in der Gruppe. Inhalte werden praxisnah vermittelt, indem abstrakte Konzepte in konkrete Handlungsansätze übersetzt werden. Über die letzten Jahre sind aus der Seminarreihe so eine Vielzahl an Bildungsformaten, Vernetzungsorte und kritischen Diskursbeiträgen für gelebte Demokratie entstanden. Die Präsenzseminare finden an Orten statt, die gelebte Alternativprojekte erfahrbar machen und fördern Vernetzung und praxisnahes Lernen.