Kennst Du einen Kindergarten auf dem Bauernhof? Oder einen Schulbauernhof, auf dem Kinder- und Jugendliche hautnah Zusammenhänge der Landwirtschaft und darüber hinaus des Lebens erfahren können? Oder sind dir landwirtschaftliche Betriebe bekannt, auf denen Menschen mit Unterstützungsbedarf tätig sind und/ oder leben? Oder hast du schon einmal von einer Tagespflege oder einem Seniorenheim, eingebettet in einen landwirtschaftlichen Betrieb, gehört? Das alles und noch viel mehr ist Soziale Landwirtschaft!
Die Verbindung von Landwirtschaft im weitesten Sinne mit Angeboten Sozialer Arbeit und/ oder Pädagogik kann über die genannten Zielgruppen und Angebotsformen hinaus beispielsweise auch Straffällige, Langzeitarbeitslose, Suchtkranke oder geflüchtete Menschen einbeziehen.
Durch diese Konstellationen können Synergien entstehen, die Potenziale für viele Bereiche und Lösungsansätze für einige aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen bieten:
Für einbezogene Menschen bietet die Soziale Landwirtschaft Inklusion und Teilhabe und kann das Erfahren von Selbstwirksamkeit durch sinnstiftende Tätigkeiten in der Landwirtschaft und Natur ermöglichen. Für die Landwirtschaft kann ein sozialer Betriebszweig Höfe (wieder)beleben und vorhandene Ressourcen wie Altgebäude nutzen. Höfe, die in besonderem Maße einen gesellschaftlichen Mehrwert leisten, haben das Potenzial Landwirtschaft wieder positiv in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Außerdem erhalten kleinteilige und handarbeitsnotwendige Tätigkeit einen neuen Wert, durch die beispielsweise die Pflege der Hofstelle wieder anders möglich wird. Darüber hinaus können durch mehr einbezogene Menschen in die Landwirtschaft und schonende Arbeitsschritte auch die Kulturlandschaft um Höfe herum wieder gepflegt werden, wie zum Beispiel Hecken oder alte Streuobstwiesen. Für ländliche Räume birgt Soziale Landwirtschaft eine Chance der Belebung und kann außerdem attraktive Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen schaffen. Für den Gesundheitssektor kann Soziale Landwirtschaft neben Angeboten der Pflege und Therapie, zudem eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit der Prävention für psychische Erkrankungen, durch das tätig Sein in natürlichen Zusammenhängen, sein.
Wir sind ein Netzwerk, das sich unter dem Dach der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft Soziale Landwirtschaft“ (DASoL) ganz und gar diesem Thema zuwendet. Wir machen möglich, dass viele Menschen eine Anlaufstelle haben, wenn sie sich mit Sozialer Landwirtschaft verbinden. Wir ermöglichen, dass es Ansprechpartner*innen gibt, wenn es Unterstützung und Begleitung in der Umsetzung von praktischen Projekten braucht. Und wir sorgen dafür, dass Bedarfe und Fragestellungen erkannt und bearbeitet werden. Mit der DASoL machen wir sichtbar, dass Soziale Landwirtschaft ein gesellschaftlich wichtiges Thema ist, von dem es sich lohnt, weiter entwickelt zu werden!